Donnerstag, 16. Juni 2016

Flederbeißer

 

Mir ist kürzlich aufgefallen, dass ich trotz häufigen Strickens keinen einzigen selbstgestrickten Schal besizte, den ich regelmäßige trage - nur haufenweise Dreieckstücher. Also wurde aus den Resten der Tussahseide von Dye for Yarn, die nicht in die Strickjacke wanderten, Irina Hallers Sofia Scarf. Mein Schal ist wesentlich luftiger als das gezeigte Exemplar auf der Projektseite, was mir ziemlich gut gefällt.





Der Schal wurde übrigens hauptsächlich gestrickt, während ich mich mit meinem Freund durch das Zelda-Spiel "A Link to the Past" gerätselt habe. Auf dem alten Super Ninentendo meiner Mutter, für den sich unsere winzige, alte Röhre, die sich ab und an in den Bildhintergrund schummelt, hervorragend eignet. :D Flederbeißer sind in der Spielreihe kleinere Gegner, die ich immer so niedlich fand, dass es mir  meistens Leid tat, sie aus dem Weg zu räumen, weswegen ich dem Schal auch diesen Arbeitstitel verpassen musste.


Donnerstag, 9. Juni 2016

Batist und Posament

 

Es ist so weit, mir ist schon wieder zu warm und ich freue mich auf herbstlichere Temperaturen. :D Um den Sommer dennoch zu überstehen, gesellt sich zu der seidenen Strickjacke aus der vorletzten Woche noch eine leichte, frisch fertig genähte Schößchenbluse.



Dafür kamen gut zwei Meter Baumwollbatist zum Einsatz, aus dem eine abgewandelte Version dieser Burda-Schößchenbluse wurde. Etwas Länge des Schalkragens musste dran glauben, sämtliche Innenähte sind zu französischen Nähten mutiert und aus den engen Ärmeln wurde zwecks Luftigkeit eine bauschigere 3/4-Länge. Gesäumt sind die Ärmel mit einem Rest Wäschespitze.


Mein nächstes Nähprojekt wird im Gegensatz dazu übrigens ein halbwegs regenfester Parka, um für Abwechslung zu sorgen. Näht und werkelt ihr auch gerne antizyklisch? :)

Donnerstag, 26. Mai 2016

Rabenfrühling



 Strickjacken gehören mittlerweile wohl zu meinen Lieblingskleidungsstücken; so vergeht nur selten ein Tag, an dem ich keine anhätte. Da ich auch an heißen Sommertagen gerne etwas an den Armen trage, war mein Strickprojekt für die Semesterferien ein leichtes Lacejäckchen. Die dabei verwendete Tussahseide von Dye for Yarn war wohl das teuerste und dekadenteste Material, mit dem ich bisher gearbeitet habe - dafür ist die fertige Jacke nun federleicht, kuschelig-glatt, kühl auf der Haut und macht mich glücklich. Außerdem trägt die Färbung den metal-affinen Namen "Raven in the Night", welcher dem Jäckchen auch seinen Arbeitstitel verpasst hat.



Als ideales Strickmuster habe ich den Spring Cardigan von Anne-Lise Maigaard auserkoren, da mich die weiten Ärmel und leichte Taillierung begeistert haben. Allerdings war mir das Blättermuster zu lieblich, weswegen es durch ein wesentlich dramatischeres Muster aus Lilia Komosas Firebird Shawl ersetzt wurde. In den Säumen sind transparente Perlen eingearbeitet, die abhängig vom Lichteinfall hellgrau bis anthrazit schimmern.
 


Fürs Protokoll ist schließlich noch zu ergänzen, dass Ravelry mir eine Arbeitszeit vom 11. Februar bis 3. April inklusive Spannen ausgespuckt hat. Nach der Fertigstellung brauchte das Projekt also noch eine ganze Weile, bis es am Wochenende endlich vor die Linse kam. 


 Genießt das letzte Maiwochenende! 
 
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Mittwoch, 11. Mai 2016

Streifendreiviertelkreisrock


Ich bin so schrecklich fotofaul in letzter Zeit, hier liegen mindestens drölfzig undokumentiere Näh- und Strickprojekte herum. Mittlerweile ist jedoch auch nach der Uni wieder ausreichend Licht für halbwegs akzeptable Bilder vorhanden, deswegen verspreche ich Besserung.

 Letztens habe ich einen Tellerrock aus schwererem Jersey genäht. Im typischen, freundlichen Schwarz gehalten also etwas Stinklangweiliges. Dank eines Projekts bei den Nähkromanten bin ich allerdings auf den netten Effekt gestoßen, der sich ergibt, wenn man einen Dreiviertelkreisrock mit Streifen näht: sie treffen um 90 Grad gedreht aufeinander. Meinem Dreiviertelkreis habe ich noch drei Abnäher verpasst, um ihn an der Hüfte etwas schmaler zu machen sowie einen Gummibund hinzugefügt. Da sich der Stoff bisher weder einrollt noch ausfranst, habe ich zugunsten des schönen Falls auf einen Saum verzichtet. Somit ist das gefühlt das stupideste Nähprojekt seit Ewigkeiten. :D




 

Am Wochenende beim Acherontic Arts Festival hat sich das Röckchen bereits als bequemer Begleiter für längere Autofahrten erwiesen und auch an warmen Unitagen wie heute ist er eine sehr gute Wahl.

Verlinkt beim MeMadeMittwoch

Dienstag, 5. April 2016

Quoth the raven, "Nevermore"


Vor gut einem Jahr, damals noch auf der etwas fotogeneren Fensterbank der alten Wohnung, zeigte ich eine Tasse mit burtonesquer Verzierung. In der Tat hat sie der Beschenkten sehr gefallen... Jemand anderem aber auch, sodass die Tasse schnell beschlagnahmt wurde und meiner Freundin mit Rauswurf gedroht wurde, sollte sie sich ihr Geschenk zurückerobern. Um eine Eskalation der Situation zu vermeiden, gab es zum nächsten Geburtstag also eine neue Tasse, dieses Mal von E.A. Poe inspiriert und um einen gepatchworkten Untersetzer erweitert. ;)


Diese zweite Tasse hat ebenfalls sehr viel Begeisterung ausgelöst und bisher trudelten zum Glück keine Beschwerden ein, dass sie wieder in fremden Händen gelandet ist.

Verlinkt beim CreaDienstag

Donnerstag, 24. März 2016

Hübsches Unnützes



Ja, es gibt Spannenderes als Kleidungsstücke auf Schneiderpuppen. Aber andernfalls würde mein neuestes Nähprojekt wahrscheinlich genauso in der Versenkung verschwinden, wie die gefühlten letzten zehn.
Für dieses habe ich einen Schnitt für ein einfaches Oberteil mit Kapuze zum Bolero abgewandelt, wobei neben der Kürzung die Puffärmel, die Abnäher am Rücken sowie die schräge Front abgeändert sind. Diese wird mit Haken und Augen geschlossen, kann aber auch gut offen getragen werden.

 


Wie diese Innenansicht andeutet, habe ich mich  bezüglich der Verarbeitung für französische Nähte entschieden, was mit der wirklich Spitze gut funktioniert hat. Für die Gummizüge in den Ärmeln habe ich in Tunnel in einen Stoffschlauch gesteppt.
 

Zu letzt kann man sich natürlich nach dem Sinn einer Kapuze aus Spitze fragen. Die Antwort ist allerdings ziemlich einfach: sie sieht hübsch aus, nicht mehr und nicht weniger. Denn mal ehrlich, allein dafür existiert Spitzeüberhaupt. ;)

Habt ein schönes langes Wochende!

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Sonntag, 20. März 2016

Sieben Sachen

Nach einem Konzert gestern gab es für mich heute einen gemütlichen Sonntag mit vielen schönen Dingen, die meine Hände beschäftigt haben. Wie andere das getan haben, erfahrt ihr bei Grinsestern.

1. Am Morgen habe ich Tee für meinen Freund gekocht und dafür auf einen niedlichen Katzenteefilter benutzt. Die gab es irgendwann mal gratis zum Katzenfutter dazu.

2. Nach dem Frühstück war ich für eine Weile in der Bibliothek um an meiner Hausarbeit zu schreiben. 

3. Wieder zu Hause angekommen, habe ich einen glitzernden Dämonen im Regal platziert. Der ist unter der Woche aus Modelliermasse und Nagellack entstanden und leistet nun meinen Hesse-Büchern moralischen Beistand. Ich bin nämlich die einzige Person in diesem Haushalt, die ihn mag bzw. nicht furchtbar findet. :D

 
4. Als Nächstes bekam aber ein anderes Buch meine Aufmerksamkeit. Ehrlich gesagt besitze ich es hauptsächlich, weil ich das Cover so hübsch fand und den Harz mag, aber der Inhalt ist tatsächlich interessant. 

5. Der Fotohintergrund wurde danach mit einer Nadel attackiert. Mit Bildern vom fertigen Projekt könnt ihr vermutlich 2020 rechnen...

6. Meine Strickjacke befindet sich dafür in den letzten Zügen und wurde schon von meiner Arbeitsaufsicht akzeptiert.

7. Zum Abendessen gab es dann Brokkoli in Erdnusssauce mit Kartoffelkruste.



Hattet ihr ein schönes Wochenende?

Dienstag, 23. Februar 2016

Telperion und Laurelin

 

Telperion und Laurelin sind nach Tolkiens Silmarillion die beiden Lichtbäume Valinors, aus deren Blüte und Frucht nach ihrer Zerstörunge Sonne und Mond geschaffen wurden. Diese Geschichte hat mich bereits beim ersten Lesen des Silmarillions schwer fasziniert. Als mein Freund und ich im Winter einen Sofatisch bauten und über einen Tischläufer diskutierten, musste ich sofort daran denken. 
Diesen Sonntag  machte ich mich schließlich motiviert ans Werk, wie ihr bei den sieben Sachen bereits sehen konntet. Der Tischläufer besteht aus einem grauen Leinen-Baumwoll-Gemisch (der Stoff knittert schon beim Ansehen...) mit Nadelstreifen sowie einem Rest Häkelspitze. Auf die Enden, die über die Tischkanten hängen, sollten dann Telperion und Laurelin appliziert werden. Für die Applikation wählte ich einen Rest Kunstleder, da dieses ja nicht ausfranst und nähte es mit Stopfgarn aus dem Nachlass meiner Oma auf: Laurelin, der feuriggolden leuchtete, mit sonnengelbem, Telperion, aus dem der Mond entstand, mit graublauem Garn. Alleine sahen die Bäume noch zu nackt aus, weswegen ich jeweils zwei Rauten mit Blüten hinzufügte. 
Danach war ich schon etwas zufriedener, aber die große, kahle Fläche auf dem Tisch gefiel mir nicht. Spontan kam ich auf die Idee, sie mit Mondphasen zu füllen, die thematisch schließlich mit den beiden Bäumen Valinors hamonieren. Also wurden rasch entsprechende Formen aus dem Kunstleder zugeschnitten, wobei ich aus Platzgründen einige Zwischenstufen wegließ. Zufälligerweise passt der Stoff, wie ich finde, dafür sogar ziemlich gut, da die marmorierte Struktur entfernt an die Oberfläche des Mondes erinnert.



 

Ein paar Worte zum Tisch sollen an dieser Stelle auch nicht fehlen. Im Baumarkt haben der Freund und ich uns für massive Eiche entschieden, die natürlich überhaupt nicht zum Laminat passt - langfristig kommt unter den Tisch vermutlich ein kleiner Teppich, um diesen Umstand etwas zu vertuschen. An sich fügt er sich aber sehr gut in die Ecke mit Sofa und dem Fantasynteil unsererr Bücher ein. Weil mein Freund immer genervt  von Handarbeitskram war, der auf dem Sofa herumflog, sollte der Tisch nicht nur als reine Abstellfläche dienen, sondern zusätzlichen Stauraum schaffen. In dem großen Korb hausen nun meine gesammelten Wollvorräte, in den beiden Puzzleboxen fliegt Kleinkram herum.


Beim Läufer habe ich lediglich das Versäubern der Kanten und das Umnähen der Seiten  mit der Nähmaschine vorgenommen, alles andere war reine Handarbeit, weshalb ich recht lange gebraucht habe. Mit dem endgültigen Ergebnis, welches ich gleich noch behutsam von der Rückseite bügeln sollte, bin ich sehr zufrieden; auf jeden Fall spuken in meinem Kopf schon mehrere Ideen für passende Kissenhüllen herum. Die Katze scheint der gleichen Meinung zu sein, da sie es sich bereits mehrmals - und so lange liegt der Läufer noch nicht auf dem Tisch - darauf bequem gemacht hat. Meistens wird wohl aber eine Tasse Tee auf selbstgenähten Untersetzern diesen Platz einnehmen.


Verlinkt beim CreaDienstag.

Sonntag, 21. Februar 2016

Sieben Sachen

Heute zeige ich euch wieder einmal sieben Dinge, für die ich diesen Sonntag meine Hände gebraucht habe. Dieses Mal sieht es wieder etwas handarbeitslastiger aus, da ich Donnerstag meine letzte Klausur des Semesters abgeben konnte. Wie der heutige Tag bei Anderen aussah, verrät euch ein Blick zu Grinsestern. 



1. Während mein Freund am Morgen Pfannkuchen anbriet, widmete ich mich dem  Kaffeekochen. Da wir letztens eine Kaffeemühle abstauben konnten, nahm das etwas mehr Zeit in Anspruch als gewöhnlich. Wir experimentieren momentan ein wenig, was das Kosten-Nutzen-Bequemlichkeits-Verhältnis von frisch gemahlenem Kaffee angeht und tendieren dazu, die Mühle auch weiterhin in Betrieb zu halten. 


 2. Danach wurden die fertigen Pfannkuchen mit Schokocreme bestrichen. Manchmal darf es auch ungesund sein.


3. Nach dem Frühstück war ich fleißig und habe Spitze festgesteckt.  Wofür, seht ihr hoffentlich am Dienstag. 


4. Für dasselbe Projekt habe ich mit einer leicht rostigen Nagelschere ein filigranes Papierbäumchen ausgeschnitten. Natürlich ohne zu fluchen... :D 


6. Anschließend habe ich mich meinem aktuellen Strickprojekt gewidmet und koordinierte Löcher fabriziert. Es wird der Spring Cardigan aus dekadenter, aber extrem weicher Tussahseide.  Wegen des teuren Materials und einem Experiment - das Blättermuster musste weichen - war ich sogar artig und habe eine Lifeline eingezogen. 


6. Den Nachmittag wollte ich dann lesend auf den Sessel am Fenster verbringen. Während der Tee 
zog, legte ich das Buch schon mal bereit und Gimli begab sich ebenfalls in Position. 


8. Daraufhin wurde noch ein Stövchen mit Teelichtern präpariert und für hübsch befunden.


Und wie war euer Wochenende? (:

Donnerstag, 28. Januar 2016

Tüllblume


Entgegen meiner Erwartungen wurde diesen Monat doch noch eine genähte Kleinigkeit fertig. Der Korpus der Tasche entstand schon kurz vor Weihnachten, sodass eigentlich nur noch eine einfache Klappe sowie Träger nötig gewesen wären. Völlig schlicht wurde das Ergebnis jedoch nicht, ich konnte mir nicht verkneifen, Verzierungen unterzubringen. Dafür habe ich in den Taschendeckel aus Wollstoff ein florales Muster geschnitten, ihn mit Tüll verstürzt und beide Lagen mittels Stabperlen, etlichen Münzen, einer Holzperle und zwei kleinen violetten Perlen verbunden.

  
Die Tasche ist übrigens gänzlich aus Resten entstanden: Der Wollstoff ist noch von der Jacke meines Freundes übrig, Verschlussriegel und Tragegurt entstanden aus einer ausgemusterten Jeans. Bei der Innenverarbeitung habe ich mich gegen ein Futter entschieden und stattdessen die Nahtzugaben und offenen Kanten mit Schrägbandresten eingefasst, während der Tüll sein früheres Leben als Gardine in meinem Kinderzimmer fristete. Sämtliche Perlen sind Reste vom Hippie-Swap und die beiden schönen Knöpfe bekam ich mal geschenkt. 



Größentechnisch habe ich die Tasche so gestaltet, dass bequem ein Collegeblock und mehrere Bücher hinein passen. Im Unialltag ist sie mir daher schon ein treuer Begleiter geworden. Wenn die Tasche frei hat, führt sie - wie man auf den Bildern gut erkennen kann - eine innige Beziehung mit den Haaren meiner Katze und jeder Art von Flusen. ;)