Mittwoch, 30. September 2015

Herbstfreuden: Geburtstag



Als ich Samstagnachmittag von der Ausgrabung im Harz, seinen dauerhaft nebeligen Wäldern und durchschittlichen zehn Grad zurückgekehrt bin und das ganz ohne in irgendeiner Form krank zu sein, war ich ziemlich stolz auf mein Immunsystem.
Gestern gab es dann aber tatsächlich eine Kleinigkeit zu feiern: meinen Geburtstag. Da mir daran aber nicht allzu viel liegt, war es ein sehr ruhiger Tag. Allerdings lasse ich mir grundsätzlich keine Gelegenheit nehmen etwas zu backen und weil ich die saisonale Auswahl im Herbst liebe, habe ich einen Kürbis-Apfel-Kuchen mit Nussstreuseln und einer ordentlich Portion Zimt und Kardamon gebacken. Beim Frühstück konnten wir sogar noch einige Kerzen auftreiben und ich bekam von meinem Freund seine Geschenke überreicht. Oscar, der Buchling servierte drei wunderschöne gebundene Lieblingsbücher. 


Den Tag verbrachte ich hauptsächlich damit, Professor Trelawney weiterzustricken, die Katze zu kraulen und zu viel Kaffee zu trinken. Was den Teppich angeht, bin ich bin momentan mit dem Vernähen von mindestens drölzigtausend Fäden beschäftigt, daher folgen Bilder erst bald.
Am Abend haben mein Freund und ich dann einen Restaurantgutschein eingelöst, den seine Eltern geschenkt bekommen, aber nicht benutzt haben. Mit der Kulisse des Göttinger Kiessees war das sehr schön. 


 Zum Schluss kann ich tatsächlich noch etwas Blogrelevantes berichten. Trotz der längeren Fahrten zum Grabungsort bin ich dank konstanter Erschöpfung in Bezug auf Handarbeiten zu weniger gekommen als erwartet, aber ich konnte immerhin eine Socke fertig stellen. Meine Version der Patchwork Weasley Socks werden Kuschelsocken zu Hause, die demnächst verschenkt werden sollen.


Genießt die schönste Jahreszeit!


Dienstag, 15. September 2015

Eine aschene Jacke


Endlich wieder ein Großprojekt! Zudem habe ich an dieser Jacke nicht nur sehr lang gestrickt, die fertigen Einzelteile warteten außerdem sehr lange auf das Strecken und Zusammennähen - aber wie ihr wisst, besteht ja ein Platzproblem in Bezug auf erstere Tätigkeit. Doch jetzt, jetzt wo bereits der Herbst in eingezogen ist, habe ich endliche meine Strickjacke!

 

Das Muster, welches sich über die gesamte Jacke zieht, ist eine wunderbare Kombination aus kleinen Zöpfen und Lace. Außerdem wurden kurze Reihen für die Verdickungen in den Lacesäulen verwendet. Durch Abnahmen am Rücken ist die Jacke ansatzweise tailliert,  der Schalkragen wird nachträglich angebracht. Zu diesem Glück verholfen hat mir die wunderbare Anleitung Cutie Pie von Laura Matthews. 
Ein zweiter Grund, weswegen mich meine neueste Strickjacke so sehr beglückt, lässt sich im Garn festmachen. Dabei handelt es sich um Pisa von Seehawer & Siebert, ein Sockengarn aus Schurwolle und je 20 Prozent Seide und Bambus. Dadurch fasst sich die Faser herrlich weich an, die Reste musste ich gestern direkt ich momentan zu einem anderen Projekt verstricken. Laut meiner Quelle stammt die Wolle darüber hinaus aus mulesingfreier Haltung, was meine Hauptmotivation für den Kauf war. 
Auf dem Bildern im Internetshop sah die Farbe schwärzer aus, als sie es in der Realität tatsächlich war. Für mein Zweitprojekt habe ich die Wolle zwar noch nachdunkeln lassen, aber für diese gemütliche Strickjacke mag ich das aschige Schwarzgrau. Und wer weiß, vielleicht ist die Asche noch nicht gänzlich ausgekühlt und macht die Jacke somit noch wärmender. ;)

 

Wundert sich zum Schluss noch jemand, weshalb ich in aller Frühe nichts besseres zu tun habe, als die Welt mit meinen Strickprojekten zu behelligen? Ich konnte einfach nicht mehr schlafen, weil ich heute Vormittag für anderthalb Wochen auf Grabung fahren werde und deswegen so aufgeregt bin. Somit sei eine Weile Funkstille angekündigt, ihr Lieben. Erkältet euch in in der Zeit bloß nicht bei den beginnenden Herbsttemperaturen draußen. ;)

Verlinkt beim CreaDienstag.

Sonntag, 13. September 2015

Sieben Sachen

Mir ist mal wieder danach, euch sieben Sachen zu zeigen, für die ich diesen Sonntag meine Hände benötigt habe. Was die Hände anderer Menschen dieses Wochenende so getrieben haben, seht ihr bei Grinsestern.


1. Selbstverständlich musste morgens erst einmal die Kaffeeversorgung garantiert werden. 


2. Dann habe ich die frisch gewonnene Energie genutzt, um unsere Pflanzen zu gießen. Seitdem ich einen grünen Daumen habe (oder zwei Meter hohe Fenster, daran könnte es auch liegen. :D), explodieren sie förmlich. Diese Petersilie hat noch vor zwei Wochen kaum über den Topfrand linsen können.  


3. Daraufhin musste ich die Objektivkappe aus der wachsamen Obhut der fleißigen Assistentin befreien. Sie war empört.


4. Noch unverschämter wurde ich wenige Stunden später, als wir die Eltern meines Freundes besuchten, um Mitesser für eine Schoko-Karamell-Torte zu bekommen. Dort haust nämlich ein Monsterkater, der seine aus purer Größe resultierenden acht Kilo sehr gut mit einem niedlichen Gesicht kaschieren kann, das förmlich danach schreit gestreichelt zu werden. Natürlich konnte ich dem nicht widerstehen.


 5. Um potentielle weitere Eifersuchtsanfälle einzudämmen, kam die nächste Streicheleinheit meinem Freund bzw. dessen Bart zu.


6. Um die Atmosphäre des regnerischen Sonntags musikalisch umzusetzen, drückte ich ein paar Tasten.  


7. Zum Abendessen hat mein Freund mal wieder gekocht: es gab Kartoffel-Lauch-Suppe mit Räuchertofu. Auch wenn der ziemlich angebrannt aussieht, liegt das bloß an der Sojasauce, mit dem er abgelöscht wurde. 

Zwar konnte ich mir auch diesen Sonntag meine Handarbeiten nicht verkneifen, in diesen Post haben sie ihren Weg aus zweierlei Gründen aber nicht gefunden. Zum Einen nehme ich momentan an einem Swap teil, weshalb diese Werkeleien bis zum übernächsten Wochenende geheim bleiben. Andererseits habe ich nur noch an Professor Trelawney, dem Resteteppich, weitergearbeitet und begonnen, einen Regenbogenfarbverlauf zu stricken. Bloß hört sich das leider besser an, als es sich auf Zwischenstandsbildern dokumentieren lässt. 

Ich wünsche euch noch einen schönen Restsonntag. :)

Montag, 7. September 2015

Forest of Equilibrium

 

 

 Schon wieder Patchwork, ich weiß. Nach diesem Kissen habe ich aber, jedenfalls vorläufig, derartige Projekte weder in Arbeit noch in Planung. 
Außerdem ist der aus kleinen Stofffetzen zusammengepuzzelte Frankensteinanteil nur in dem schmalen Streifen Cathedral Window Quilt vorhanden, für mehr waren nämlich sowohl die Reste des weißen Streifenstoffs als auch meine Geduld nicht ausreichend. Also brachte meine Nähmaschine eine Kissenhülle mit Hotelverschluss hervor, auf welches die Kathedralenfenster wiederum händisch aufgenäht wurden. 


 

 Der Kontrast zwischen den runden Formen des Quilts und dem streng-geradlinigenTartanmuster mit seinen dunklen Unfarben ist natürlich recht hart, aber bewusst gewühlt, denn schließlich soll der Quilt ja auch zur restlichen Einrichtung passen.
In die Rückseite sind daher Streifen er beteiligten Stoffe eingelassen, damit der Quilt nicht so einsam wirkt. Verwendet habe ich bereits die bereits erwähnten weißen Streifen, ein unbekanntes Gewebe in beige und wunderschöne hellblaue Baumwolle mit Feenprint. 

Ja, das sind wirklich Feen, obgleich sie etwas zu groß für die Kathedralenfenster sind. Speziell für alle ungläubigen habe ich ein Beweisbild geschossen.


 Als ich meinem Freund das Projekt zeigte und dabei die Technik benannte und erklärte, musste er sofort an die wunderbare Doom Metal-Band Cathedral denken. Heute morgen starrte ich schließlich uninspiriert auf die leere Zeile für den Titel dieses Posts und wandte mich hilfesuchend an meinen Liebsten. Der überzeugte mich dann begeistert davon, auf einen Albumtitel der Band zurückzugreifen. Wenn man sich das für Metalverhältnisse schrill-bunte Cover von Forest of Equilibrium mit seinen Phantasiegestalten so ansieht, ist das vielleicht gar keine üble Idee für meinen ungewöhnlich lieblich gefärbten Feenquilt.


Donnerstag, 3. September 2015

Sybill Trelawney und die Fliederwindräder

 


Fangen wir mit den Fliederwindrädern an, einem kleinen Patchworkdeckchen, das ich vor über einem Jahr fertiggestellt habe. Eigentlich hatte ich ja der grauen Sofaeminenz attestiert, mein erstes Patchworkprojekt zu sein...  Da sich letzten Sommer das mühsam von Hand genähte Deckchen beim maschinellen Verschrägbanden furchtbar verzogen hatte und ich auch allgemein sehr unzufrieden damit war, habe ich es nämlich total verdrängt. Mit etwas emotionalem und zeitlichem Abstand betrachtet, finde ich die Fliederwindräder gar nicht mehr so schlimm. Also verschönern sie nun den Esstisch.





 

Die Inspiration und Motivation für das Patchwork entstand durch die wunderschöne Vase, die ich mal beim Game of Thrones-Swap von Sehnsucht bekommen habe, als die Nähkromanten noch das Natron und Soda-Forum waren. Für diese Vase bekam ich netterweise zügig schöne Seidenblumen von meiner Mutter  geschenkt. Seidenblumen mag ich viel lieber als echte Schnittblumen, denn ich hänge immer sehr an Geschenken und kann es nicht ertragen, wenn sie verwelken. :D


Zusätzlich mag ich mit Professor Trewlaney noch ein Work-in-Progress einbringen, das als Resteverwertungsprojekt ein recht exzentrisches Aussehen pflegt. Dieser Wollwust auf dem Sofa haben mein Freund und ich als Teppich für eine Kuschelecke bestimmt, die sich an das im rechten Bildrand erkennbare Regal anschließen soll.

Zum Schluß mag ich die Fliederwindräder noch bei RUMS verlinken und euch einen schönen Herbst wünschen. Freut ihr euch auch schon auf verregnete, kühle Tage mit Tee und dicken Pullovern?