Freitag, 28. September 2012

Winterjacke, Klappe III.




Kamera 1:



Gesamteindruck der Szene. Der Zuschauer erkennt, dass der Korpus fertiggestellt und insgesamt gekürzt wurde. 

Zoom. Detailaufnaufnahmen.

Kamera 2: 


Die nähere Betrachtung führt dem Zuschauer vor Augen, dass der Reißverschluß für die Tasche einige Zentimeter mehr in richtig Seitennaht hätte platziert werden können.* 
Lediglich einige vergessene rote Heftfäden führen noch zur Ablenkung. 

*Bietet aber gute Grundvorraussetzungen für spätere Szenen, in denen er bei nicht ganz geschloßenem 40-cm-Reißverschluß und umgeklappten  Vorderteil eine Parallele bildet.


Kamera 3: 


  Wechsel des Blickwinkels auf eine Seitenansicht. Erster Spannungsaufbau durch Andeutung auf Rückenverzierung.  


Kamera 4: 


 Höhepunkt der Szene, Rückenansicht. Hauptakteur: aus einem anderen Oberteil entnommene und nun auf diese Jacke applizierte Zierschnürung. 



Cliffhanger (Einleitung durch einige ominöse Geräusche im Hintergrund)


Und diese Stoffstücke warten, obwohl sie gemeinsam jederzeit an einer Badtasteparty teilnehmen könnten, geduldig auf ihren Einsatz als Futter. Wird ihnen diese Hoffnung vor Ferienende an der Spree und Wiederbelebung der Hefter unten-mittig wohl noch erfüllt werden können?
Es bleibt spannend. ;)










Dienstag, 25. September 2012

Immer einen Schritt voraus

Bin ich am Wochenende noch von Vorfreude auf Herbstfarben erfüllt gewesen, habe ich mit meinem Lacetuch farblich schon die nächste Jahreszeit erreicht:*

Das Grüne da mittig unten auf der Kist soll übrigens "Stitchmarker" heißen und den Faden links daneben erklären. Der Kontrast ist ziemlich mies, aber ich war zu faul, das noch mal umzuändern. 

Die Merinowolle fängt ziemlich gut die Farbtöne ein, die sich im Winter bei einem Blick aus dem Fenster auftun: das leicht gräuliche Eis, das sich an der Fensterscheibe hochzieht, tiefgraue Baumrinde, ein paar Flecken Schneeweiß und tonnenweise Schneematsch (jedenfalls meiner Vorstellung nach).  In dieser geht mein Plan, die Blumen des Originals als Eisblumen zu tarnen, somit also perfekt auf.


Jetzt muss ich noch anderthalb Mal das bisherige Muster stricken, dann darf ich eine neue Chart zu Rate ziehen. Und mit jeder Reihe brauche ich länger, und länger.Und läänger... und noch vieeel länger.


*Ja, ich weiß, ich nähe nebenbei an einer Winterjacke. Aber das Attribut "Winter-" hat bei der ja rein praktische (Wärme)gründe und zählt somit nicht als vollwertig ;)

Montag, 24. September 2012

Hi, mein Name ist Karo. Ich konnte dich eh noch nie leiden.

Von letzterem und nichts anderem schien mein Jackeninnenfutter in spe überzeugt zu sein, als ich versuchte, seine Schnittteile aufeinander zu heften.  Dabei verzweifelte ich nämlich halbwegs an der strikten Weigerung des Karoflanells, sein Muster auch über Nähte hinweg vernünftig fortzusetzen.
Sobald allerdings alle Heftfäden angebracht waren, machte der Stoff bei seiner Verfütterung an die Nähmaschine glücklicherweise keine Zicken mehr. 
Produkt dieses Wochenendes ist also das hier:

 

Für die Bilder habe ich das Futter falsch herum angezogen und die beiden Vorderteile anstelle eines Reißverschlusses mit Sicherheitsnadeln fixiert. Daher auch die nicht ganz optimale Passform. 


Einiges an Länge, besonders an den Ärmeln, muss noch weg,  und die Kapuze fehlt bisher. Die im Originalmodel in den Nähten zwischen Vorder- und Seitenteilen versteckten Taschen habe ich weggelassen und durch eine mittig plazierte Reißverschlußtasche ersetzt. Eine Unterbringungsmöglichkeit für meinen MP3-Player ist auch noch in Arbeit.

Vom Wollstoff  muss ich nur noch zwei Mal zwei Teile zuschneiden, bevor der Stoff dann endlich unter die Nadel kann. Eigentlich will ich die Jacke ja bis zum nächsten Wochenende fertig haben...




Samstag, 22. September 2012

Fallen Leaves

Heute ist Herbstanfang. :D








Allerdings muss ich gestehen, dass es bei mir in Wirklichkeit noch nicht ansatzweise so herbstlich aussieht und ich zur Einstimmung daher nur Konserven vom Oktober 2010 bereitstellen kann, aufgenommen während eines Spaziergangs durch... Neukölln (das es tatsächlich Kreuzberg war, ist auch möglich. Auf jeden Fall irgendwo in der Ecke).    

Und die entsprechende musikalische Untermalung:
 


Dienstag, 18. September 2012

Eulenwahn

Ich glaube, wenn man bei N&S angemeldet ist, muss man sich irgendwann einfach damit infizieren. Also bin ich nicht darum herumgekommen, einen roten Kaschmirwollrest zu so einem Teil, dessen richtiger deutscher Name mir nicht einfallen will, zu verarbeiten, als ich bei Ravelry auf die Anleitung gestoßen bin. War ziemlich schnell fertig, danach musste ich nur noch einen vernünftigen Verwendungszweck dafür finden. Jetzt passen also fünf Eulen auf meine Stifte auf, die in einem Becher verstaut nutzlos auf meinem Schreibtisch rumgammeln müssen.



Nun, wo ich in meinem Regal mal wieder etwas Platz geschafft hatte, konnte ich den natürlich nicht ungenutzt verkommen lassen und habe mir heute Garn für ein neues Projekt besorgt, nämlich einem ersten Laceversuch am Echo Flower Shawl von Jenny Johnson Johnen. Vielleicht werde ich damit sogar noch vor Neujahr fertig. ;)



Bei der Winterjacke gibt es bis dato leider noch keine besonders fotogenen Fortschritte, aber der Fleeceteil ist immerhin schon zusammengesetzt und der Karofutterstoff wartet schon sehnsüchtig darauf, mich bei meinen Zusammenheftversuchen durch ständig nicht-aufgehende Muster in den Wahnsinn zu treiben. Aber davon dann beim nächsten Mal.

Montag, 10. September 2012

Der Kampf mit einer Winterjacke - Prolog

Mittlerweile hat sich eine ganze Menge Stoff bei mir angestaut, um sich so bald wie möglich zu einer Jacke zu formatieren und dem berlinischen Winter geschlossen Widerstand zu leisten.

Die Bildqualität ist tatsächlich nicht die beste, aber mit dem Hinweis, dass der schwarze Fleck da im Hintergrund auch ein Stoff ist, sollte es wohl möglich sein, einen Text- und Bildinhalte einander zuzuordnen. 

Von oben nach unten betrachtet, hätten wir da an der Front einen schwarzen Mantelvelours, der heute sehr motiviert aus einem Karstadt eingetroffen ist. Für einen absoluten Wärmeoverkill wird ihm mit diesem komischen braun-gelben Dings in der Mitte, auch Fleecedecke genannt, noch eine abgebrühte Veteranin* zur Seite stehen, welche ebenfalls erst kürzlich aus einer angestaubten Kiste in unserem Keller rekrutiert wurde. Die Nachhut bildet letztendlich roter Karoflanell, um die einzige Schwachstelle des Fleeces zu decken - das Pferdemotiv darauf.
Morgen schwinge ich mich dann noch zum Türkenmarkt am Maybachufer auf, um die drei Jungs von der Reißverschlußdivision und die Pelzborte abzuholen und später mal (was bei mir ein reeeelativ dehnbarer Begriff sein kann) werde ich mir eine Zierschnürung aus einem schon vor Jahren zur Ausschlachtung freigegebenen Oberteil von mir klauen.

Ich habe aber  noch einen Trumpf in der Hinterhand. 
Er ist schwarz.
Er hat eine Krokolederoptik.
Er wird in einem anderen Projekt verballert. 


Allerdings verrate ich euch noch nicht, was für ein Projekt es sein wird.


 Also, auf in die erste Schlacht... Schnittmuster abpausen! Aaarghhh... 

* Die Decke habe ich, glaube ich, als ich acht oder neun war, geschenkt bekommen, und obwohl ich sie seit Jahren nicht mehr benutze, konnte ich mich partout nicht mit dem Gedanken anfreunden, sie wegzuschmeißen. Und jetzt habe ich also doch noch mal einen Verwendungszweck für sie. Wie gut es manchmal sein kann, allen möglichen Schrott behalten zu müssen.

Sonntag, 9. September 2012

Frierende Schultern

... wurden mir prophezeit, als ich, sobald ich den letzten Faden an meinem Pullover vernäht hatte, damit erst einmal direkt zu Hause rumlaufen musste. 




Das erste Bild war eigentlich nur ein verzweifeltes Selbstbild-Experiment angesichts eines akuten Mangels williger Fotographen, aber als ich es dann groß auf dem Bildschirm sah, musste ich feststellen, dass es die Besonderheiten des Teils irgendwie deutlich besser einfängt, als die Bilder, bei denen mir später meine Schwester geholfen hat. (Das gilt übrigens auch für den Farbton. Nur die Taschen haben es nicht mehr mit drauf geschafft.)

 

Bei meiner Arbeit an dem Teil sind Frodo und Sam per Hörbuch von der Argonath bis zum Schicksalsberg und wieder zurück ins Auenland gereist, ein gutes halbes Kilo reiner Schurwolle (von Lana Grossa) draufgegangen und ziemlich viele Geduldsfäden gerissen. 

Der Schnitt stammt ursprünglich aus einem Brigitte-Strickbuch, wurde von mir aber minimal abgewandelt, indem ich das Knotenmuster durch ein Anderes aus dem Buch ersetzt, die Ärmel kürzer (und etwas zu eng...) gestrickt und die Blende nicht rundum gearbeitet, sondern an einer Seite offen gelassen habe.

Nach Fehlern muss man nicht großartig suchen, und meine Vorstellung vom Endergebnis stimmt auch in einigen anderen Dingen nicht ganz mit dem nun tatsächlich Eingetretenen überein, aber alles in allem  warte ich schon sehnsüchtig darauf, dass es bald kalt genug wird, um mit Wolle auf der Haut aus dem Haus zu gehen, ohne dabei zerfließen zu müssen. Dann gibt es auch bestimmt bessere Bilder. ;)







Freitag, 7. September 2012

Ein perfekter Herbst, Warmes und Prokrastination

Allmählich bahnt sich durchgehend kühleres Wetter an, vor meiner Haustür liegen erste Kastanien-Frühchen und meine ersten beiden Leistungskursklausuren stehen an - jap, hört sich nach dem idealen Zeitpunkt an, ein aufwendiges Projekt zu starten, dass ich als Ausrede zum Späterlernen verwenden kann. Also nähe ich mir eine Winterjacke. Mit Innenfutter, versteht sich. ;)

Die Schnittmustersuche erwies sich erst als etwas schwierig, weil ich mir in den Kopf gesetzt habe, einen schrägen Reißverschluß und eine Kapuze und am besten noch eine Schnürung im Rücken haben zu müssen. Letztendlich hat mich jemand aus dem grünen Forum  Schnitt Nr. 18 und 19 aus der Ottobre Woman 5/12 verwiesen. Im Heft und in genähter Form sieht Version Nr. 18 dann so aus.


Weil mir einige Details was die Kapuze und das Überlappen der Vorderteile besser gefallen, werde ich den Mantel Nr. 18, der auch auf den Namen "Perfect Autumn" hört, einfach radikal kürzen und noch folgende andere Dinge daran verändern, um das Aussehen mehr an eine Biker-Jacke anzunähern:

 1. Ich brauche unbedingt ein Bündchen.

 2. An die Kapuze muss eine Pelzborte.

 3. Die Taschen, die eigentlich unsichtbar in den Seitennähten versteckt sind, werde ich sichtbar auf dem     Vorderteil platzieren.

4. Irgendwie muss auf den Rücken noch eine Zierschnürung.

5. Nach Heft besitzt der Mantel kein Futter, ich gönne ihm sowas schon.


Nächster Schritt ist jetzt, mir die ganzen Materialien zusammen zu hamstern.












 


Mittwoch, 5. September 2012

Ohne große Worte

Noch ein weiterer Blog - über Stoff- und Wollverarbeitung, diversen anderen Bastelkrams, Bücher, Musik und alles, was ich sonst noch so für mitteilenswert erachten könnte - hat jetzt also seinen Platz im Internet gefunden. 
Einfach  so zur Ordnung meiner kreativen Chaoswelt und um mal wieder mehr zu schreiben. 

Enjoy it! (Jedenfalls sobald ich mich noch mal näher mit dem Layout auseinander gesetzt habe...)